ICH-Einfach unverbesserlich! Eine sportliche und gesellschaftliche Bestandsaufnahme

ICH-Einfach unverbesserlich! Eine sportliche und gesellschaftliche Bestandsaufnahme

Wer den Fußball und das ganze Drumherum liebt weiß es: Die Zeit nach den Saisonen in den  europäischen Ligen ist eine ganz besondere. Wie schon der gute alte Sepp Herberger sagte:  „ Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“. 

Also werden in den Sommermonaten die Messer für die nächsten sportlichen Herausforderungen gewetzt. Spieler werden kontaktiert, Mannschaften neu aufgestellt und prall gefüllte Geldkoffer von A nach B gebracht.

Kurzum: Das Transferfenster ist weit geöffnet und die fußballerische Ware wird verschoben.

,,Nihil sub sole novum“ -,,Nichts Neues unter der Sonne“ besagt eine lateinische Redensart.

Dieser Sinnspruch gilt auch für die Welt des runden Leders. Jeden Sommer dieselbe Story. Fußballer und deren Arbeitgeber sind zwar nur in seltenen Fällen im großen Latinum zuhause, die Oligarchen, Club-Besitzer und Fußball-Manager haben den Spruch aber trotzdem verinnerlicht und agieren in der Vorbereitung auf die neue Spiel-Saison entsprechend aufgeregt. Mit der Investition in die Ware Fußballer wird die Chance viel Ruhm und noch mehr Kohle einzuheimsen ja schließlich immer weiter erhöht.

Die Sonne scheint eben nur für die Sieger.

Soweit, so normal.

Ein bisschen was Neues gibt es seit einiger Zeit aber schon.

Die Mittel und Wege wie die Ballartisten mittlerweile Vereinswechsel vornehmen und Top-Verträge bei noch zahlungskräftigeren Vereinen erhalten werden immer vielfältiger, kreativer, leider aber auch immer peinlicher.

Und das Verhalten der Kicker ist ein Stück auch Ausdrucksform der abnehmenden Werte in unserer Gesellschaft.

Womit wir endlich beim Thema wären.

In München zum Beispiel weiß man aktuell ein Lied vom unverschämten Verhalten des Premium-Angestellten Robert Lewandowski zu singen. Der Mittelstürmer mit der zugegebenermaßen eingebauten Torgarantie möchte trotz laufenden Vertrages schnellst möglichst nach Barcelona. Er fühlt sich bei einem Grundgehalt von geschätzten 24 Millionen Euro pro Jahr nicht genügend wertgeschätzt.

Leider brutto, nicht netto. Da darf man auch mal enttäuscht sein. Das muss man doch verstehen…

Der ,,casus knaxus“ in seinem Verhalten das auf jeden Fall auf eine Revolte möglicherweise sogar auf einen Streik hinausläuft ist aber laut eigener Aussage nicht das liebe Geld, sondern dass seine Arbeitgeber in den vergangenen Monaten auch mit anderen Stürmern verhandelt haben, was der Seele des polnischen Sensibelchens offenbar schweren Schaden zugefügt hat.

Zudem ist das Wetter in Barcelona auch besser als im kalten München. Acht Jahre Bayern mit den unangenehmen Wintermonaten und der kurzen Sommerzeit: Da kann man dem guten Mann einen Ortswechsel doch nicht verdenken. Nicht zuletzt deshalb hat sich der polnische Emigrant schon vor Jahren sicherheitshalber eine kleine Residenz auf Mallorca zugelegt.

Armer, armer, Robert…

Obwohl, vielleicht ist das Verhalten des Fußballers auch ein Fingerzeig wie man in Zukunft seine Ziele erreichen kann. Wenn einem irgendwas nicht passt, man mehr Liebe oder mehr Geld will: Einfach ein bisschen schmollen und dann direkt ab in den Revolte-Modus.

Lewandowski selbst kann an seinem Verhalten nichts Ungewöhnliches entdecken. Und hat auch kein Verständnis für die Kritik an seiner Person und seinem Legionärs-Charakter…Da hält er es mit dem guten Ödon von Horvath der einst in seinem Theaterstück ,,Zur schönen Aussicht“ die phantastische Erkenntnis: ,,Ich bin eigentlich ganz anders, ich komme nur zu selten dazu“ gewonnen hatte.

Bin gerade am Überlegen was ich vom guten Polen-Kicker alles lernen kann.

Also zunächst mal werde ich in meinem Hotel die Preise verzehnfachen. Wer von den Gästen damit nicht einverstanden ist wird auf der Stelle von Küche, Service und Zimmermädchen bestreikt. Wer mich und mein Haus nicht täglich lobt wird mit Liebes-Entzug bestraft und ist ab sofort nicht mehr Teil der Hotel-Gartner-Gästefamilie. Wer in den vergangenen zehn Jahren schon mal in einer anderen Südtiroler Herberge als der meinen übernachtet hat wird außerdem sofort des Hauses verwiesen.

Alles muss man sich wirklich nicht gefallen lassen.

Basta…

Oder auf polnisch:

Wystarczy!

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