„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“ , sagte einst Ludwig Wittgenstein. War ein kluger Mann der gute, alte Philosoph. Das weiß man. Wenn man so richtig gebildet ist. So richtig…Und ein bisschen was gelesen hat. Ein bisschen was… Und wenn einem sprachlich fast keine Grenzen gesetzt sind. Fast keine…Und wenn man gerne redet. Und wenn man glaubt, ein bisschen was zu sagen zu haben. Und wenn andere das hören wollen, was man so alles sagt. Und wenn man viel Zeit hat zu reden.
Und andere viel Zeit zum Zuhören.
Ach Gott, ist das alles anstrengend mit dem vielen Reden und dem vielen Zuhören.
Oder aber, unter Umständen, auch durchaus unterhaltsam. Es hängt einfach davon ab, wer was, wann zu wem sagt. Authentisch, unverfälscht, besonders…
Originalität als Mut zur Freiheit.
Und die Freiheit nehme ich mir.
Vor allem beim medialen Konsum.
Womit wir bei dem heißesten Medium unserer Zeit wären: Dem Podcast. Nachrichten, Unterhaltung, Geschichten…erzählt und besprochen von Menschen, die gerne andere unterhalten.
Im Rahmen unseres Literaturfestivals im Hotel Gartner konnte ich vor kurzem erst der Live-Veranstaltung ,,ZEIT-Verbrechen“ beiwohnen. Sabine Rückert und Andreas Sentker, zwei herausragende Journalisten, die Kriminalfälle besprechen, Missstände aufdecken und dem Publikum interessante Gerichts-Prozesse näherbringen. Der Erfolg des äußerst beliebten Podcast spricht für sich : 3,3 Millionen Downloads pro Monate können einfach nicht lügen.
Die Veranstaltung war großartig! Und ich war mittendrin!
Apropos mittendrin und nicht bloß dabei…
Ich selbst bin mittlerweile immer öfters Gesprächspartner verschiedenerer Podcasts zu unterschiedlichen Themen wie Literatur, Musik, Lifestyle und Leben im Hotel. Hören Sie mal rein bei Spotify, YouTube oder Apple Podcasts. Sie erleben mich kenntnistrunken in meiner Lieblingsfunktion als Powertalker und- versprochen- auch als Fallbeil für jegliche Form der Langeweile.
Wenn man sich so großmäulig positioniert, muss natürlich die Frage erlaubt sein, wie ich mich selbst am liebsten im Audio-Netz unterhalten lasse. Wo und von wem ich mich inspirieren, bilden, unterhalten lasse. Wollen Sie es wissen? Ja? Dann lesen Sie weiter. Sie wollen es nicht wissen? Dann lesen Sie bitte trotzdem weiter. Geben Sie mir die Chance, was zu erzählen. Ausnahmsweise…
Ich sage ja sonst nie was…
Also dann: Es vergeht keine Woche in der ich mir nicht meine Talk-Lieblinge Tommi Schmitt und Felix Lobrecht in ihrem ,,Gemischten Hack“ reinziehe. Sehr launig, sehr humorvoll, sehr abwechslungsreich. Gleiches gilt für ,,Hotel Matze“ mit den großartigen Gesprächen zwischen Matze Hielscher und seinen prominenten Gästen. Der ,,Rolling Stone“ informiert mich als langjährigen Abonnenten des Magazins im gleichnamigen Podcast dann auch nochmals über die neuesten Neu-Erscheinungen am Plattenmarkt. Popkultur at his best! Ähnliches gilt für, Pop nach 8“, dem launigen Berlin-Talk aus der abgefucktesten Stadt Deutschlands. Als Sättigungsbeilagen des Alltags dienen mir als großem Fußball-Fan die Sport-Podcasts ,,Reif ist live“ und ,,Stammplatz“. ,,Was liest Du gerade“ fragt mich regelmäßig der ZEIT-Podcast, während ,,This is America“ mir regelmäßig aufs Neue aufzeigt, welch furchtbare Regierung aktuell gerade in den USA ihr Unwesen treibt. „Zwei Seiten-Der Podcast über Bücher“ befriedigt dann noch regelmäßig meine literarischen Bedürfnisse, ,,der Merian-Podcast“ alle wichtigen Infos zum Thema Reisen.
Ach, es gäbe noch so viel. Ich muss jetzt stoppen, sonst ufert das hier auch mit meinen Versuchen in das Zielscheibenschwarze des Zeitgeistes zu treffen.
Zuviel? Ja? Wissen Sie was? Vergessen Sie alle Tipps.
Hören Sie im Zweifelfall einfach meinem Gelaber zu.
Meint: Ihr Flötschman