Warum mir #MeToo manchmal so richtig auf den Keks geht…

Es geschah neulich an der Rezeption eines Hotels, in dem meine Gattin und Ich anlässlich meines Geburtstages nächtigten. Zwei Damen waren gerade beim Check-In in die Unterkunft beziehungsweise ersuchten eben um Aufnahme in die Herberge, es fehlte ihnen aber am von der Direktion des Hauses vorgeschriebene Corona-Mundschutz, was zu einem eher unangenehmen Disput zwischen Hotel-Sekretärin und den potentiellen Gästen führte. Als Kavalier der alten Schule, der zufällig Zeuge der Auseinandersetzung wurde war es mir ein Bedürfnis den Frauen aus ihrer misslichen Lage zu helfen und ich näherte mich ihnen mit dem Angebot zwei Masken herzuschenken, welche ich zufällig mit im Gepäck hatte.

,,Nein“…flüsterte mir meine wie immer vernünftige und weitsichtige Frau zu, ,,Tu es nicht…“.

Aber es war schon zu spät. Hilfsbereitschaft und Stil gewannen die Oberhand über Ratio und Klarsicht.

Mein Versuch zu helfen wurde von den Damen nämlich vollkommen missinterpretiert und offenbar als Bestrebung wahrgenommen männliche Stärke zu demonstrieren und eine Performance situativer Macho-Macht abzuliefern.

Und das kam bei den beiden gar nicht gut an.

Entsetzt darüber, dass ich mich in ihre Angelegenheiten mischen wollte zeigte man mir die kalten – im Übrigen nicht sonderlich attraktiven – Schultern. (Diese Spitze sei mir nach der eigenartigen und äußerst unangenehmen Erfahrung erlaubt).

Harsch wurde ich in meine Benimm-Schranken gewiesen (Was mischen Sie sich in unsere Angelegenheiten …Haben wir Sie um Hilfe gebeten? Typisch Mann…) und stand irgendwie blöd da.

Als was eigentlich?

Als Chauvinist? Als Macker? Als Serien-Vergewaltiger auf Wellness-Urlaub?

Ich konnte es nicht verstehen (Und tu es bis heute nicht…).

Ist alles was früher als Anstand, Benehmen und Bildung galt heute schon sexuelle Belästigung.

Stellen die Ungnade der frühen Geburt und die entsprechende Erziehung jetzt ein oder gleich mehrere Probleme dar?

Gute Zeiten-Schlechte Zeiten?

Keine Ahnung.

Obwohl…Eigentlich hätte ich es wissen müssen. Erst vor einigen Wochen war ich beim Versuch einer Dame, die offensichtlich Schwierigkeiten hatte ihren Koffer in die erhöhte Ablage eines Zugabteils zu heben unter die sprichwörtlichen Arme zu greifen schroff zurechtgewiesen worden. Wahrscheinlich hatte Sie sich vor der konkreten Umsetzung des eben zitierten Sprichworts gefürchtet.

Ohne Grund. Ich fröne nämlich lieber anderen Hobbys als mit dem Zug durch die Gegend zu fahren und allein reisende Damen zu belästigen. Außerdem passe ich sehr genau auf meine sensible Bandscheibe auf. Wenn ich schon jemanden behelligen möchte, dann achte ich immer darauf, dass die entsprechenden Ladys ohne schweres Gepäck reisen.

Ist irgendwie gesünder.

Wo liegt jetzt der Ego-Problemansatz? Wie soll ich in Zukunft weiter verfahren, wenn ich auf das andere Geschlecht in Not treffe? Tritt die Sitten-Polizei auf den Plan, wenn ich einer Dame die Tür öffne oder ihr den Stuhl zurechtrücke?

Summt dann sofort der A—loch-Detektor?

Wird die verworrene Wahrnehmung manch weiblichen Gegenübers nun zur Dauergefährdung für Männer die das Gentleman-Gen in sich tragen?

Also ich habe nicht vor mich diesbezüglich zu verändern.

Da bleibe ich unbelehrbar.

Falls Sie mich in Zukunft nicht mehr an meinen üblichen Plätzen anfinden: Ich bin dann wohl im Knast!

Ihr obstinater Flötschman

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