Felicitá? Oder doch nicht? Eine musikalische Bestandsaufnahme Italiens…

,,Azzurro“. So heißt das Buch über-nun, wen wundert es bei diesem Titel- Italien, nein falsch, über die Musik im Sehnsuchtsland so vieler Reisender. Obwohl: Der Sound eines Landes sagt so viel über das Land selbst aus.

Da braucht einen gar nix zu wundern…

Und ,,Azzurro“-Italien ist sowieso speziell. In vielerlei Hinsicht.

Autor des spannenden Werkes ist der von mir über alle Maßen geschätzte Musikjournalist Eric Pfeil (FAZ , Rolling Stone…). Seine Kolumnen bereiten mir schon seit Jahren sehr viel Freude. Bitte Sie unbedingt einen oder besser noch mehrere Blicke in seine Pop-Tagebücher mit dem herrlichen Titel: ,,Komm wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee“ zu werfen. Es lohnt sich! Der Mann hat nämlich echt Ahnung von Musik, was aber nichts daran ändert, dass ich seinen Geschmack bezüglich des Sounds in ,,bella Italia“ nur bedingt teilen kann.

Cantautori, neapolitanische Volks-Schmonzetten, Italo-Disco…? Kitsch, Pathos und Herz-Schmerz wohin man hört…Amore, Heimat und dazu viel Nachtigallen-Gezwitscher. Muss nicht sein. Zumindest nicht für mich. Sole im Herzen?

Ach nee…

Beim Punk darf es gerne auch mal regnen.

Aber lassen wir mal die ,,chiesa nel paese“, äh, scusi, ,,die Kirche im Dorf“. Ich will schon gerecht umgehen mit dem Kulturgut im wohl schönsten Land Europas und seinen Musik-Protagonisten.

Einige der Musiker-Typen sind schon cool.

Beispiele gefällig?

Adriano Celentano: Eine Rock’n Roll-Ikone wie sie im Buche steht. Revoluzzer, Exzentriker, Musik-Priester…

Vasco Rossi: Der Rock-Flegel schlechthin und die Stimme des italienischen Proletariats. Hält mit 250.00 Zuschauern 2017 in Modena übrigens den Konzert-Besucher-Rekord weltweit. Und sein Song ,,Vita spericolata“ ist für die Ewigkeit!

Jovanotti: Rap, Funk, Afro und lateinamerikanische Elemente werden beim mega-sympathischen Mailänder zum unterhaltsamen Pop-Mix deluxe.

Edoardo Bennato: Neapels Nr. 2 nach dem Stadtheiligen Pino Daniele und Gesangspartner der von ihm so gar nicht geschätzten Gianna Nannini ist der rockende cantautore schlechthin.

Und dann natürlich Francesco de Gregori, Italiens Bob Dylan…

Außerdem:

Battiato, Battisti, Morandi, De Andre, Dalla, Conte, Zero, Sorrenti, Venditti und Carboni. Die Liste der Italo-Superstars ist richtig lang.

Manchmal vielleicht zu lang?

 Aber wie könnte es anders sein im Land des berühmt -berüchtigten Musik-Festivals von San Remo wo sich die Gesangs-Helden aus Vergangenheit und Zukunft gerne gegenseitig feiern, manchmal auch schmähen oder skandalträchtig auf politische oder gesellschaftliche Widrigkeiten hinweisen. Da reden (singen…) halt dann auch gerne sehr viele Menschen mit.

Ach und bevor ich es vergesse-auch wenn ich es nur allzu gerne tun würde- zwei weitere Italo-Super-Groups sind  ,,Ricchi e poveri“ und Al Bano & Romina Power. Mehr möchte ich jetzt dazu nicht mehr sagen.

,,Lasciatemi cantare sono un italiano“ sang einst das fleischgewordene Italo-Klischee Toto Cutugno. Äußerst aussagekräftig über die musikalische Befindlichkeit im Stiefelstaat. Angesichts des stereotypischen Inhalts des Liedes wäre wohl ein Duett mit dem österreichischen Gesangs-Barden Reinhard Fendrich spannend. Der glaubte auch einst der Welt mitteilen zu müssen, dass er ,,from Austria“ sei.

Kann man machen, muss man aber nicht.

Wer’s braucht…

Aber ich will hier nicht nur rummeckern. Eric Pfeils Liebeserklärung an Italien hat auch für jemanden wie mich, der sich musikalisch lieber Richtung England, den USA und ja, gelegentlich auch Deutschland orientiert durchaus eine interessante Nebenwirkung.

Ich habe mir tatsächlich eine Italo-feeling-Spotify-Liste erstellt, die so übel gar nicht ist.

Nicht für jeden Tag, aber für die richtigen ,,estate italiano“-Momente.

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