Ohne Moos nix los: Ein Mann im Fadenkreuz der Polizei

Es ist mir schon etwas peinlich. Habe ich so noch nie gemacht. Aber ich glaube ich muss Sie heute um Geld bitten.

Ja um Geld.

Knete, Kohle, Piepen, Steine, Schotter, Flöhe…Nennen Sie es wie Sie wollen.

Ich brauch einfach dringend ein bisschen Zaster.

Bin etwas in finanzielle Schieflage geraten. Der Staat, die öffentliche Gewalt, die Polizei, die Polente: Sie wollen mich ausrauben, mich zerstören. Sie haben mich auf dem Kieker, verfolgen mich ununterbrochen. Es scheint so, als ob man mich unbedingt in den Ruin treiben möchte, als ob man beschlossen hätte ein ganz, ganz übles Ränkespiel mit mir zu veranstalten.

Ich bin verzweifelt.

STOP

Jetzt habe ich Sie so plötzlich, quasi aus dem Nichts mit auf eine emotionale Talfahrt mitgenommen, ohne dass Sie wussten was Ihnen wie und warum geschieht. Sorry, aber ich musste einfach Dampf ablassen. Und Sie wurden jetzt meine Opfer. Lassen Sie uns ab jetzt aber ruhig und sachlich vorgehen. Analyse betreiben, die Gefühle kanalisieren, ein bisschen Ommmmm und so…

Erstmal spirituell wieder einklinken.

Ok?

Ok.

Was passiert ist? Sie wollen es wirklich wissen?

Gut. Ich erzähle es Ihnen. Das bin ich Ihnen nach dem ganzen Gejammer aber auch echt schuldig.

Habe heute den vierten Strafzettel in dieser Woche erhalten. Und wir haben erst Donnerstag.

130 € weil ich auf einer Südtiroler Landstraße statt 40 kmh satte 51 Stundenkilometer gefahren bin. Dazu hat man mir noch 3 Punkte im Verkehrs-Strafregister abgezogen. Wenn wir die 170 € Anfang der Woche für eine zusätzliche Geschwindigkeits-Überschreitung in ähnlicher Größenordnung auf einer weiteren Landstraße dazu addieren sind das schon 300 Kröten. Außerdem sind noch zwei Knöllchen aus Deutschland eingetrudelt (insgesamt 100 €) und die Misere ist komplett. Wie Sie sehen, in good old Germany sind die Polypen nicht so raffgierig wie in Italien, da kann man für weniger Geld schneller fahren, aber trotzdem…Auch da haben sich die Märker zusammengeläppert.

Möglicherweise war das schlechte Wetter in Deutschland schuld. Bei dem Dauer-Schauer fühlte sich die Polizei gegenüber dem ausländischen Besucher aus dem sehnsuchtsvollen Süden wahrscheinlich ein bisschen in der Bringschuld. Sturzregen und hohe Strafen? Nee, beides zusammen konnten die im Norden nicht bringen.

Aber zurück in meine Südtiroler Strafbescheids-Welt: Vor allem ärgere ich mich über die drei Punkte. Hey, an meinem Kühlergriff kleben weder alte Omis, die ich am Zebrastreifen niedergemäht habe, noch irgendwelche Volksschulkinder oder ultraseltene und dementsprechend wertvolle siamesische Katzen.  Ich habe niemanden der Last seines Daseins enthoben (vulgo: umgelegt) und wegen meiner gefährlichen Fahrweise hat sich auch der Umsatz in der Südtiroler Rollstuhl-Industrie nicht erhöht.

 Ich bin einfach nur 11 kmh zu schnell gefahren.

Punkt.

Aus.

Fuck.

Wie soll das jetzt weiter gehen mit mir und meiner Auto-Fahrerei? Ich bin ein sportlicher Driver, meistens korrekt zwar, aber zugegebenermaßen bin ich schon auch mal schnittig unterwegs. Soll ich mich jetzt nur noch im Schnecken-Tempo fortbewegen, auf dem Asphalt eine Schleimspur der gesetzlichen Unterjochung hinterlassend?

Macht das noch Spaß?

Nicht wirklich. Aber anderseits befürchte ich, dass,-sollte diese furchtbare Pechsträhne weitergehen-ich früher oder später nicht nur meinen Lappen sondern auch Haus und Hof verlieren werde. Da mache ich mir schon Sorgen.

Vielleicht sollte ich bei der örtlichen Bank um einen Schnellfahrer-Kredit ansuchen, oder noch besser ein Crowfunding-System ins Leben rufen, im Rahmen dessen mir zugetane Menschen (Hotelgäste?) als Geldgeber fungieren.

Wäre das was für Sie? Simple Vorgangsweise: Ich fahre zu schnell und Sie zahlen.

Eventuelle Interessenten mögen sich bitte bei Flötschman#Verzweiflung#Geldsorgen#Scheiß-Bullen melden.

Ich warte…

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