Gemeinsam in die Nacht: Vom großen Vergnügen Kleines zu erleben

Alle mal herhören, äh,-sorry- nachlesen Leute. Ich habe eine wichtige Information für Euch:

GESTERN WAR ICH IM KINO.

 Ja, man mag es kaum glauben, aber es ist wahr. Und -auch das mag wiederum eigenartig anmuten nach den ganzen Ausgeh-Verboten in der Corona-Zeit – durchaus eine Erzählung wert.

Ich habe erstmals seit 17 Monaten kultureller Entsagung wieder eine unterhaltsame Abend-Veranstaltung besucht.

Mit meiner Frau.

Der Armen.

Hat in der Lockdown-Zeit ja auch nicht viel erlebt. Gefühlt 2000 Spaziergänge  und dann noch MICH. Was eigentlich gar nicht so schlecht ist, wenn ich mir das genauer überlege. Also ich meine jetzt den Teil mit der gemeinsamen Zeit mit mir nicht die erzwungene Frischluft-Zufuhr…

Aber das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für Ego-Lobhudelei.

 Zurück zum Thema…

Wir wollen ja über die Lust von zurückgewonnenen Mußestunden in Gesellschaft anderer Menschen sprechen. Über das Vergnügen bewegte Bilder auf großer Leinwand zu erleben und sich nebenbei klebriges Popcorn aus den Barhaaren zu pulen, sich die Magenwand mit mindestens einem Liter eiskalter Coca-Cola zu verätzen und zur Vervollständigung der Kalorien-Orgie noch eine große Packung M&Ms reinzuziehen.

Das verlangt kommende Woche nach einem mehrstündigen Extra-Besuch im Fitnessstudio. Der Body-Index muss gerade in Corona-Zeiten schon stimmen.

Aber egal, das war es wert.

Also wir mitten drin im Nachtleben. Wie zwei Heroinsüchtige die nach kaltem und ungewolltem Entzug erstmals wieder richtig guten Stoff in die kulturell ausgetrockneten Venen bekommen.

Die Film-Wahl fiel auf den Oscar-Gewinner 2021 ,,Nomadland“, einem leisen  und wie sich herausstellen sollte großartigen Streifen über das mehr oder weniger freiwillig gewählte Leben von Wander-Arbeitern im vorbildlichsten Sozialstaat ever: den USA.

Und über Freiheit!

Wenn das kein aktuelles Thema ist….

Die Kino-Tickets mussten zwar schon fünf Stunden vorher -persönlich und nicht online-erworben werden, weil die Besucherzahl ja natürlich limitiert war, aber: Wo zum Teufel ist das Problem? Hätte ich in normalen Zeiten die reizende Bekanntschaft mit dem äußerst ansehlichen Fräulein an der Kinokasse gemacht? Hätte die Dame an stressigeren, besucherstärkeren Abenden Gelegenheit gehabt mich nach meiner Telefonnummer und nach meiner Adresse zu fragen?

Niemals…

 Ok, das mit der Nummer und der Adresse hat mich dann schon etwas enttäuscht, als mir meine Gattin amüsiert lächelnd  mitteilte die Nachfrage der Schönheit hinter dem Kassen-Fenster sei weniger auf mein attraktives Äußeres als vielmehr auf die Corona-Schutzbestimmungen zurückzuführen, aber immerhin…

In diesen Zeiten sind auch kurze Glücks-Momente wertvoll!

Am Eingang des Kino-Saales dann kurz stolz den Impf-Pass gezückt und schon war man drinnen in der dunklen Höhle des filmischen Entzückens. Und, man lese und staune: In der Gesellschaft fremder Menschen. Selbige sahen mit ihren weit aufgerissenen Augen (auch so ein wahrscheinlich Verhüllungs-bedingtes Phänomen der Pandemie-Zeit) und den Masken im Gesicht -um das jetzt mal kinothematisch aufzubereiten- zwar nach einer Mischung von ,,Gremlins“ und ,,Die Mumie“ aus, aber immerhin: Sie waren da…

Besonders freute mich, dass ich sogar ohne Abstand neben meiner Frau sitzen durfte und unter dem strengen Blick des Kino-Angestellten auch die eingangs erwähnten Süßigkeiten schnell zu und in meinen Mund führen durfte.

Ohne Maske…da gibt es mal ausnahmsweise echt nichts zu Meckern.

 Einiges an Popcorn und Schokolade landete dabei zwar im V-Ausschnitt meines T-Shirts und verfing sich in einen spärlichen Brusthaaren aber für den späteren Abend hatte ich sowieso geplant zu duschen.

 Also, was soll’s?

War trotzdem richtig schön.

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