Im Schatten wächst kein Edelweiß…

Ich wollte nie in die Politik. Und gehöre auch keiner Partei an. Warum auch, ich habe auch so Freunde genug?

 Glaube ich zumindest.

Außerdem ist in einer Partei der Übergang von Freunden zu Feinden, von Vettern (Wirtschaft…) und anderen mehr oder weniger treuen Verwandten zu tollen Kameraden sowieso eher fließend und dementsprechend schwammig.

Unter Umständen auch sehr unangenehm, vielleicht sogar richtig gefährlich.

Die Interessen werden nach außen ( für die doofe Wählerschaft) als gemeinschaftliche verkauft, intern ist jeder einzelne jedoch darauf erpicht die Früchte aus den ausgelegten Polit-Samen  für sich alleine oder gemeinsam  mit seine besten Kumpels zu ernten und in der Folge dann das (die)  Portemonnaie(s) mit etwas Kleingeld zu füllen .

Ja, und auf diese Abgründe hatte ich nie Bock. Mich kurzfristig mit anderen Menschen zu verbünden, um dann in zumeist feuchtfröhlicher Atmosphäre und unter dem Deckmantel der Staats(Provinz)-Kunst gemeinsame Sache zu machen ist nicht so mein Ding. Ich trinke zwar auch lieber in Gesellschaft, aber dann vorzugsweise mit Menschen vor denen ich mich nicht fürchten muss.

Spannend-vor allem aus der Ferne betrachtet-sind das lustige Partei-Leben und die Konsequenzen daraus aber allemal.

Warum ich heute in meinem ansonsten so locker-flockigen Blog in die Niederungen der Politik  begebe?

Nun, in Südtirol ist im Moment der (Berg)-Teufel los. Die ewige und von jeher ultra-heilige Volkspartei ist gerade dabei sich selbst zu zerfleischen. Seit vor kurzem ein Enthüllungs-Polit-Thriller unter dem schönen alpenländischen Titel ,,Freunde im Edelweiß“ erschienen ist (Ich habe das Buch gerade mit Grauen, aber zugegebenermaßen auch mit  viel Vergnügen gelesen) vergeht kein Tag ohne Verschwörungen, Demaskierungen, Beleidigungen, Schuld-Zuweisungen und Tritten in Bereiche die unterhalb der Gürtellinie anzusiedeln sind.

Wer tritt zurück?

Wer tritt nach?

Wer tritt daneben?

Jeder Tag hält neue Überraschungen und Peinlichkeiten auf derbstem Provinz-Niveau parat. Wenn ich abends zu Bett gehe freue ich mich schon auf den morgendlichen Griff zum Smartphone auf meinem Nachtkästchen.

 Wer ist dann noch in Amt und Würden? Welche Positionen in dem Schmieren-Theater sind neu besetzt worden? Gibt es Oskars für die beste Nebenrollen? Ist wieder jemand mit der Hand im Honig-Topf erwischt worden? Wie heißen die Bienen die am Rande des Honig-Behälters sitzen?

Fragen über Fragen und jeder einigermaßen politisch interessierte Mensch im Lande wartet auf Antworten.

Ach es ist einfach zu aufregend.

Nachtigall ich hör dich täglich trapsen….

Endlich müssen wir nicht immer über die Staatsgrenze ins Mutterland nach Österreich blicken, wenn wir Lust auf Skandale haben.

Wir haben unseren eigenen Sumpf. Schlammschlacht inclusive. Und unter der alpenländischen Skandal-Gesteins-Lawine tummeln sich gefährliche politische Vipern und Kreuzottern. Bereit jederzeit zuzubeißen.

Im Mittelpunkt der Enthüllungen stehen abgehörte Telefonate im Zuge derer sich einstmals ziemlich beste Freunde gegenseitig gehörig Gift in die Ohrmuscheln träufeln, besonders folgsame Kollegen mit den nötigen Versprechungen und Aufmerksamkeiten bedacht werden sowie Postenschacher auf höchstem (niedrigstem???) Niveau betrieben wird.

Oh weh, oh weh, wenn ich auf das Ende seh…

Und über allem liegt der dunkle Schatten des einstmals so strahlenden Edelweißes der Südtiroler Volkspartei.

Musiktipps zum Skandal:

,,Ein Freund, ein guter Freund“ (Heinz Rühmann)

,,Gute Freunde kann niemand trennen“(Partystar united und Jürgen Drews“,

 ,,Gute Nacht Freunde“(Reinhard Mey) und

,,Auf gute Freunde“ (Böse Onkelzs).

Die Qualität der Texte und zum Teil auch ihrer Interpreten passt sich niveaumäßig den Hauptdarstellern des Südtirol-Skandals an. (Anmerkung der Redaktion).

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