Wie ich lernte auf einem Bein zu stehen. Der schonungslose Saisons-Rückblick

Der letzte Gast hat heute das Hotel verlassen. Saison-Schluss. Der Wahnsinn ist vorläufig vorbei. Sechs Monate Arbeit, gefühlt rund um die Uhr. Immerhin ein halbes Jahr uneingeschränktes Wirken.

Wow!

Das waren schon mal acht Wochen mehr Action als im Jahr davor.

Glück gehabt. Zeit gewonnen. Spaß gehabt.

Wenn das in dieser verdammten Corona-Zeit keine richtig gute Nachrichten sind, weiß ich auch nicht.

Oder doch nur eine superlativistische Verklärung nach der Infektions- Watschn 2020?

Nein, nein, war schon gut so.

 Im Frühjahr und im Herbst 2020 hat uns das Virus noch richtig  ausgebremst. Im April, Mai und Juni durften wir keine Gäste empfangen, im Oktober mussten wir sie ganz schnell entfernen. Oder besser gesagt sie sind selbst geflüchtet…Von 90 auf 0 innerhalb eines Tages. Einen Rekord auf den man gerne verzichtet hätte.

Hatten wir damals dem fucking RKI zu verdanken!

Zwischendrin lag ein Vollgas-Sommer. Auch irgendwie eigenartig…

Heuer dann die ausgedehnte Saisons-Variante.

Tourismus-Bleifuß, diesmal von Mai bis November.

War irgendwie noch  surrealer als im Jahr davor. Die Urlauber waren noch ausgehungerter. Nach Monaten des Verzichts kamen die Wünsche, die Ansprüche, die Sehnsüchte…

Volles Rohr!

 Ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn die Pandemie eine Mini-Pause einlegt kennt der Spaß eben keine Grenzen. Ein starkes Gefühl von jetzt. Wer weiß wie es in Zukunft weitergeht. Es gilt zu genießen solange es noch möglich ist.

Deshalb auch kein Bock auf Sparadies!

Dafür ,,Lust for life“ total!

Der Konsum hat Hochkonjunktur. Und von allem nur das Beste. Corona hat da einiges bewegt:

Chanel statt Schlecker.

Lafayette statt Liedl.

Südtirol deluxe statt Balkonien.

Kurzum: Das pralle Leben! In all seinen Facetten. Und wir vom Hotel mittendrin.

Organisieren. Planen. Improvisieren. Umsetzen. Flexibilität als oberstes Gebot! Mitarbeiter im Dauereinsatz. Manch einem geht die Luft (Lust) aus. Raus aus dem Dunstkreis echter Solidarität. Rein in das coronale Jammertal. Einzelne haben sich selbst verloren und müssen sich wiederfinden.

Kann etwas dauern das mit der Suche und dem Finden

Im Moment keine Zeit dafür!

Zum Glück gibt es Einwechsel-Spieler.

The show must go on!

Der Chef mit Dirigentenstab. Im August außerdem mit Krücke. Muskelfaserriss beim Treppen-Sprint. Nervt tierisch. Nützt aber nix. Augen zu und durch. Lerne auf einem Bein zu stehen. Hier und heute spielt die Musik.

Punk statt Klassik.

Die Erholungs-Couch kommt später…

Schnappatmung bis zum Ende. Herz schlägt an wie Hund an der Kette. Anhaltendes Gefühl von Erschöpfung.

Fatigue-Syndrom? Keine Ahnung…

Werde ich noch herausfinden. Ist  ja jetzt Zeit für…

Inzwischen bin ich einfach nur mal happy, dass ich arbeiten durfte. Und die Erkenntnis:

Zwei Beine sind besser als eines…

Cool, oder?

1 Kommentar

  • Posted 6. November 2021
    von Barbara Giessner

    Trifft den Nagel sowas von auf den Kopf…. wünsche gute Erholung schicke liebe Grüsse Barbara

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